Hörbeispiel

Jacques Loussier Trio

Jacques Loussier - Piano
Benoit Dunoyer de Segonzac - Bass
André Arpino - Drums

Von Anfang an hatte der junge Pianist Jacques Loussier ein großes Problem: Er spielte selten, was Beethoven oder Chopin komponiert und der Notentext vorschrieb. Für jeden Klavierlehrer eine Herausforderung: Jacques improvisierte. Und das tut er heute noch auf unvergleichbare Art. Es war die Idee, Bach mit Jazz zu verbinden, die Jacques Loussier weltberühmt machte. Zusammen mit Pierre Michelot (Bass) und Christian Garros (Drums, Percussion) reiste Loussier in den sechziger- und siebziger Jahren als "Play Bach Trio" um die halbe Welt und verkaufte über 6 Millionen Platten. Mit ausschlaggebend für diesen Erfolg war nicht nur die improvisatorische Phantasie des 1934 in Angers geborenen Pianisten, sondern auch die technische Brillanz, mit der dieser bis heute produktive Künstler seine Liebe zur Barockmusik manifestierte.
Jacques Loussier sieht sich selbst nicht als Jazzer. Wie respektvoll er mit den Notenvorlagen umgeht, zeigt wie zutreffend der Satz von Glenn Gould ist: "Play Bach is a good way to play Bach." Gewiss, sein Können, gerade was Jazzelemente betrifft, ist mit den Anfängen des "Play Bach" der 60er Jahre kaum mehr vergleichbar; nicht umsonst betrachten junge Jazzer Loussier als ihr Idol. Sind aber neben Jazz nicht auch andere Elemente aus Pop, Rock und andere Genres hörbar? Schließlich machte der junge Loussier seine ersten musikalischen Erfahrungen in Pariser Existentialistenkellern, Beiruter Cafés und Nachtclubs in Havanna, wo er mit Chansonsängern, aber auch mit Zigeunerkapellen und kubanischen Tanzorchestern auftrat. 1978 löste Loussier sein Trio auf ("Ich bin reisemüde") und zog sich in sein Chateau Miraval in der Provence zurück, wo er sich dem Weinbau widmete und sich einem zweiten Experiment zuwandte: der Kombination akustischer und elektronischer Instrumente. Hier entstanden neben den Jazz-Rock-Klassik-Fusionen "Pulsions" oder "Pagan Moon" auch Loussiers Einfälle für Pink Floyd, Elton John und Sting. Anlässlich des Bach-Jahres 1985 ließ sich Loussier überreden, eine Auswahl der beliebtesten Stücke erneut unter dem Titel "The Best of Play Bach" auf CD aufzunehmen - und es entstand eine zweite Auflage des Trios "Play Bach", das mit Benoit Dunoyer de Segonzac (Bass) und André Arpino (Drums) dem einstigen in nichts nachsteht und jährlich durch Japan, Europa und Amerika tourt.
Loussiers heutiger Interpretationsstil ist ohne diese höchst vielfältigen Erfahrungen nicht denkbar. Aus ihnen entsteht eine Musik, die ein Massenpublikum genauso wie den elitärsten Kritiker in Bann schlägt. Jacques Loussier und sein Trio kreuzen lustvoll Debussy oder Ravel mit Elementen des Jazz: Afrikanische Musik begegnet Georg Friedrich Händel, und Johann Sebastian Bach mischt sich temperamentvoll mit südamerikanischem Samba. CrossOver der besonderen Art entsteht, wenn sich die Wege verschiedener Künstler kreuzen wie etwa bei gemeinsamen Konzerten des Jacques Loussier Trios mit Dave Brubeck oder Bobby McFerrin.